Unser Familien-Klassiker: Kartoffeln mit…

Es ist Vormittag und mein Mann kommt mit der (fast) täglichen Frage zu mir, was wir denn heute Mittag kochen bzw. essen sollen.

In meinem Kopf rattert es und ich versuche mich zu erinnern, welches Gemüse gerade im Kühlschrank lagert, was auf den (Vorrats-) Regalen in Gläsern oder Packungen steht und was im Moment nach den vorangegangenen Tagen passen würde (damit nicht immer dasselbe auf dem Teller liegt).

Ihr seht, bei uns passiert Kochen bzw. die Essenszubereitung meist sehr spontan. Ich bin nicht der strukturierte Typ für Wochenpläne, starre Einkaufslisten und Rezepte, obwohl das alles auch Vorteile hat und Vieles einfacher gestaltet.

Zum Glück oder auch nicht – ich bin der kreative, intuitive Chaot, der sich eine Stunde bevor das Essen auf dem Tisch steht, überlegt, was denn gezaubert wird.

Für mich sind auch Kochbücher reine Inspirationsquellen, denn ich schaffe es nicht, ein Rezept nach Anleitung nachzumachen – unmöglich. Da blitzen immer wieder meine Kreativität bzw. mein eigener Geschmack und meine Vorstellungskraft durch, wie es für mich noch besser schmecken würde.

Also in meinem Fall: intuitives Kochen und Zubereiten – anders schaffe ich es nicht!

Wieder zurück zum täglichen Kochwahnsinn – denn das ist es oft mit den unterschiedlichen Geschmäckern und Vorlieben meiner vier Kinder und der meines Mannes.

Nachdem sich spontan die Kreativität in meinem Gehirn entladen hat und ich schon total Lust auf diverse Geschmacksexplosionen habe, muss ich leider immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren.

Was ich damit meine: Levin, unser fünfjähriger isst im Moment am einseitigsten von den Vieren. Er isst sein Müsli oder seine Avocadocreme am Morgen, vormittags eine Karotte, nachmittags Obst, Nüsse und Energiebällchen. Abends mal ein Sojajoghurt, süße Hirse oder Polenta mit Apfelmus, frisch gebackene Brötchen mit Aufstrich mit zwei (aufgezwungenen) Cocktailtomaten oder eine Maronicremsuppe (die einzige Suppe, die er isst).

Tja und mittags? Da gibt es nicht viel Auswahl.
Er isst Kartoffeln als Bratkartoffeln, als Ofenkartoffeln, als Kartoffelpüree und seit neuestem auch Kartoffeleintopf mit Erbsen und Tofu. Zu den Kartoffeln isst er höchstens gedünstete Karotten und seine Lieblingssoße (auf Cashewbasis mit Knoblauch und Schnittlauch) darf nie fehlen.
Ansonsten isst er noch Nudeln (die ich aber nicht zu häufig  anbieten möchte) mit Sahne oder Tomatensoße und manchmal Pfannkuchen.
Das war´s schon – die Auswahl ist riesi…. ähm ziemlich bescheiden.

Aufläufe, Eintöpfe, Bratlinge, Gemüse in allen Variationen, Salate, Suppen,…. alles wird verschmäht.

Ich weiß, es gibt Kinder, die sogar Levins Anti-Speiseplan noch toppen – also muss ich mich doch glücklich schätzen?!

Ich versuche loszulassen und es sein zu lassen wie es ist.

So gibt es bei uns fast täglich die Zutaten, die auch er mag – mit ein paar Extras für uns andere, damit wir nicht noch einseitiger werden 😉

Eines unserer absoluten Familien-Klassiker sind Kartoffel-Wedges mit Knoblauchsoße, dazu eine bunte Salatschüssel und oft noch mindestens eine Gemüsesorte dazu.

 

 

Nachdem es immer wieder Fragen dazu gibt, zeige ich dir diesmal, wie ich dieses einfache Gericht zubereite.
Die meiste Arbeit ist hier das Schneiden – je mehr Gemüse(sorten), desto länger die Schneidarbeit – natürlich kommt es auch darauf an, wie geübt du selbst mit dem Messer umgehst.

Für den heutigen Familien-Klassiker habe ich drei Gemüsesorten zu den Kartoffeln ausgewählt:

  1. Karotten
  2. Zucchini
  3. Zwiebel

 

Kartoffel-Wedges:

Als erstes schneide ich die Kartoffeln in kleine Stifte bzw. Spalten. Dabei lasse ich die Schale drauf, außer bei „älteren“  Kartoffeln mit dicker Schale – hier schäle ich die Kartoffeln.
In der Zwischenzeit heize ich das Backrohr für 10 Minuten vor, stelle Ober-/Unterhitze  bei 250 Grad ein (für ein Blech).
Gebe die Kartoffelspalten in eine Schüssel und füge ein paar Spritzer Öl und Kräuter (z.B. Thymian oder Rosmarin) hinzu und mische alles durch. Salzen, wenn nötig, tue ich erst die fertigen Kartoffeln. Durch die Zugabe der würzigen Knoblauch-/Schnittlauchsoße kann man hier gut Salz sparen.
Die Kartoffelspalten auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech verteilen und ins Rohr schieben (mittlere Schiene). Auf 200 Grad zurück schalten und 20-30 Minuten backen – ganz nach Belieben des Röstgrades aus dem Rohr holen.

 

Karotten:

Die Enden der Karotten entfernen. Nun die Karotten in gleichmäßig große Scheiben schneiden – je dünner die Scheiben, umso schneller werden sie weich. Meine Kinder mögen die Karotten am liebsten, wenn sie schön weich sind, ich mag sie lieber bissfest. Bereite sie nach deinen/euren Vorlieben zu.
Die Scheiben mit etwas Wasser in einem geschlossenen Topf zum Kochen bringen, Hitze stark zurück drehen und dampfen lassen, bis sie Karotten die gewünschte Konsistenz erreicht haben. Dann das Restwasser abschütten (in den Mixer für die Soße), etwas Öl, Kräuter (Petersilie, Liebstöckel, Schnittlauch) und Salz hinzufügen.

 

Zucchini:

Die Enden der Zucchini weg schneiden. Zucchini in dünne Scheiben schneiden (2-3 mm). Knoblauch schälen und sehr klein hacken und mit den Zucchinischeiben in etwas Öl ordentlich anbraten. Fein gehackter Rosmarin, Thymian oder Salbei zusätzlich im Öl mitbraten. Von allen Seiten Farbe bekommen lassen, mit Galgant, Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Zwiebel (rote oder weiße Zwiebel):

Zwiebel schälen, längst halbieren und längs feine Streifen schneiden (ca. 3mm). In etwas heißem Öl ordentlich von allen Seiten anbraten.
Mit einem Spritzer Ume Su oder Balsamico und zwei Spritzer Tamari (Sojasoße) ablöschen, umrühren und mitbraten lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Jetzt gehören die vier unterschiedlichen Gemüsesorten nur mehr auf einem Teller vereint und zusammen mit der Soße gereicht – schmeckt aber auch ohne 😉

 

Ach ja, die Soße:

Zu einer halben Packung Cashewkerne (vorher am besten eingeweicht) füge ich eine große Knoblauchzehe hinzu und einen kleinen TL gutes Salz. Mit Wasser (oder Karottenwasser) bedecken und auf höchster Stufe cremig mixen.
Ein kleines Bund Schnittlauch fein schneiden und untermischen. Fertig!

 

Ich liebe es, wenn viele unterschiedliche Dinge auf meinem Teller liegen – je bunter und farbenfroher desto besser und genussvoller. Es ist mir aber auch klar, dass das zeitlich oder motivationsmäßig nicht immer möglich ist, weshalb es auch bei uns immer wieder nur Kartoffel-Wedges mit Salat gibt und das Gemüse doof zugucken darf.

Auf jeden Fall lassen sich nur mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Kartoffeln, Reis, Pseudogetreide und Hülsenfrüchten schon unzählige köstliche und geschmackvolle Gerichte zaubern.

 

 

Dazu Gewürze und (frische) Kräuter und ich sowie jeder andere auch, kann sich rein aus diesen Zutaten eine Reihe an leckersten Gerichten zubereiten.

 

Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen, ich werde mir mal überlegen, was heute auf dem Tisch stehen wird!

Ich wünsche dir viel Geschmack auf deinem Teller!

 

Alles Liebe,

Moana

 

P.S. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir in den Kommentaren deine(n) Familien-Klassiker da lässt!

 

 

 

 

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