Online-Fastenkurs mit Dr. Dahlke

Siebenundreißig Jahre habe ich werden müssen, um endlich einmal eine Woche Fasten bzw. Heilfasten auszuprobieren.
Jahrelang hatte ich es im Hinterkopf, dies zu erleben, zu spüren, wie es sich anfühlt, eine Woche lang nichts zu essen und zu sehen, was es aus einem macht.

Da kam der Online-Fastenkurs mit Dr. Rüdiger Dahlke genau zum richtigen Zeitpunkt – oder auch nicht?
Denn während der Fastenwoche wurde ein Teil des Hauses auf Vordermann gebracht: es wurde geräumt, ausgemistet, ein Raum mühevoll verputzt, gespachtelt und ausgemalt, Böden verlegt…

Auf der einen Seite gut, da dadurch mehr Ablenkung vom „nicht essen“ gegeben war, auf der anderen Seite total verkehrt, denn Beschäftigung und Auseinandersetzung mit sich selbst blieb total auf der Strecke.

Trotzdem: genau jetzt musste es sein – endlich!

Während im Außen aufgeräumt wurde, haben mein Mann und ich auch unseren Körper aufgeräumt und gereinigt. Denn genau das ist es, was im Körper passiert und das was wir wollten – endlich mal innerlich sauber machen, reinigen und dem Organismus Ruhe gönnen und dabei aber bestimmte Bereiche des Körpers anregen.

Wie hat unsere Woche ausgesehen?

Nachdem die Entscheidung gefallen war, eine Woche lang nichts zu essen, wollten wir es unbedingt schaffen und durchziehen.

Wir starteten am Freitagabend mit einem Apfel – dies leitete die Fastenwoche ein.
Die nächsten Tage gab es mittags einen grünen Smoothie – laut Dahlke gibt es den immer am Morgen, da ich aber nicht frühstücke, nahmen wir ihn zu Mittag ein.

Abends habe ich unterschiedlichstes Gemüse ausgekocht und wir verschlangen die warme Gemüsebrühe.
Laut Fastenkurs wird das Gemüse weggeschüttet und nur das reine Gemüsewasser eingenommen, was ich nicht über´s Herz gebracht habe, also haben wir es mitgegessen.
Nicht korrekt aber zu gut 🙂

Dazwischen gab es viel Kräutertee und Quellwasser – mindestens zwei Liter (was wir leicht geschafft haben).

Leider bekam ich an zwei Tagen hintereinander extreme Magen- & Darmkrämpfe nach der Suppenmahlzeit, weshalb wir die letzten Tage  der Fastenwoche zwei Mal täglich ohne Smoothie und Suppe, sondern mit frisch gepressten Gemüsesäften verbracht haben.
Damit haben wir uns richtig wohl gefühlt!

Wie ist es uns ergangen?

Die ersten zwei bis drei Tage waren geprägt von Stimmungsschwankungen, ein paar Kopfschmerzen und Hungergefühl, wobei der erste Tag der intensivste im negativen Sinne war.

Ich habe aber wahrgenommen, wie schnell und doch erstaunlich leicht sich der Körper den vorgegebenen neuen Strukturen anpasst. Somit war die zweite Hälfte der Woche gut durchzuhalten und fast normal, auf Essen zu verzichten.

Dadurch, dass der Stoffwechsel während des Fastens richtiggehend „hinunter fährt“, war die gesamte Woche leider durch anhaltendes Frieren begleitet. Und das trotz durchgehend schwerem Arbeiten (bei meinem Mann) und fast andauernd in Bewegung sein bei mir.
Dies war wohl die unangenehmste Begleiterscheinung der Woche.

In diversen Artikeln hatte ich von einer geistigen Klarheit gelesen, die durch das Fasten entstehen soll – und (fast sehnsüchtig) darauf gewartet. Diese wollte sich aber nicht einstellen und stattdessen hat sich eher ein leicht benebelter Geisteszustand dazu gesellt.

Die Gedächtnisleistung wurde etwas schlechter und wir fühlten uns gegen Ende hin immer leicht vernebelt.
Mit einer frischen gesunden Purkost-Ernährung fühle ich mich wesentlich klarer und voll da – mit all meinen Sinnen.

Fazit

Ich habe es mir insgesamt schwieriger vorgestellt eine Woche zu fasten, also nichts zu essen und war überrascht, wie gut sich der Organismus auf veränderte Lebensumstände einstellt.

Was mich sehr belastet hat und auch viel Energie gekostet hat, war das ständige Frieren, was um diese Jahreszeit gesundheitlich nicht sehr förderlich ist, da es auch draußen sehr kalt ist.

Dafür waren die Einläufe, vor denen sich so viele fürchten, überhaupt nicht der Rede wert. Schnell, problemlos und unangenehm wäre übertrieben.

Ich werde auf jeden Fall wieder fasten, doch werde ich beim nächsten Mal darauf achten, mir eine etwas gemütlichere Woche dafür auszusuchen.

Für ein bewusstes Fasten ist es meiner Meinung nach sehr hilfreich, auch Zeit für sich selbst zu haben – sei es um spazieren zu gehen, Yoga zu machen, ein Buch zu lesen,…  – und es erschwert das Fasten ungemein, jeden Tag für das Essen kochen und die Verpflegung anderer verantwortlich zu sein, während man selbst nichts davon hat (wie es bei mir der Fall war).

Stress ist kein guter Begleiter während des Fastens, ansonsten kann ich Fasten an sich, sowie auch den Online-Fastenkurs mit Dr. Rüdiger Dahlke sehr empfehlen.

Für die nächste Zeit bleibe ich aber wieder beim altbewährten intermittierenden Fasten.

 

Ein Resümee per Video gibt es noch hier:

 

Alles Liebe von mir!

Moana

2 Comments

  • Heidrun Krisa

    Reply Reply 1. Dezember 2016

    Liebe Moana!
    Danke für das Teilen deiner interessanten Fasten-Erfahrungen! Ich selbst kenne Fasten in Form von „ein paar Tage nichts essen“ und „nichts essen (weil auch kein Appetit) bei fieberhaften Infekten“. Auch ich habe dabei das Frieren festgestellt.
    Deine Seite über sinnhafte, gute, gesunde Ernährung finde ich sehr informativ! Dieses Thema beschäftigt mich nun auch schon einige Jahre > Dr. M.O.Bruker u.a.
    Eine Anmerkung dazu: Du schreibst (mehrmals), dass es sich beim Weizen um Hartweizen handelt. Das ist nicht richtig, denn der übliche Brotweizen (Mehlweizen) ist Weichweizen. Hartweizen (Durum) gilt als Spezialist für die Nudel- und Grießherstellung und wird nicht in der großen Menge angebaut und verarbeitet wie Weichweizen.

    Liebe Grüße und dir eine feine Adventzeit,
    Heidi

    • Moana

      Reply Reply 1. Dezember 2016

      Vielen Dank liebe Heidi, für deinen Kommentar. Du hast natürlich vollkommen recht, was Hart- bzw. Weichweizen betrifft – ich habe es auf meiner Seite sogleich korrigiert. Ich wünsche dir auch einen schönen und besinnlichen Advent!

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