Mallorca Reisebericht: Teil 1

Vase

Wir sind angekommen!

Nach einer guten Woche auf Mallorca sind wir wirklich angekommen und fühlen uns sauwohl hier. Es ist richtig toll, neue Gegenden zu erkunden, sich verschiedene Strände anzusehen, unterschiedlichste Ausflüge in der mehr oder weniger nahen Umgebung zu unternehmen, das Meer, die Meeresluft, den warmen Sand unter den Füßen zu spüren, die Sonne und die Wärme die von ihr ausgeht und die andersartige Natur aufzunehmen und zu genießen.

Auch macht es Spaß so extrem von einem Tag auf den anderen zu leben, die Herausforderungen spontan anzunehmen, mit manchem leben lernen und aus allem versuchen, das Beste zu machen – und zwar sofort. Hier sind oft Spontanität und Kreativität gefragt, sowie lösungsorientiertes Handeln – genau das, worin wir immer besser werden wollen!

Jorin (unser Jüngster mit drei Jahren) und ich haben etwas länger gebraucht – ganze sechs Tage – um so richtig auf der spanischen Insel anzukommen. Jorin war erkältet, die Nase lief und er war oft schlecht drauf. Vor allem morgens, abends und mittags, wenn er müde war, konnten wir es ihm nicht recht machen, egal was wir taten. Also genossen wir die kurzen Phasen des Tages, wenn Jorin aß (was ansonsten dauernd vorkam und noch immer vorkommt) oder er sich mal vom Meer faszinieren ließ. Die ersten Tage mit heftigem kaltem Wind waren verständlicherweise auch nicht seins.

Auch ich habe lange gebraucht, um mich hier einzufinden. Die ersten Tage war ich sehr angespannt und ich bemerkte, dass ich vieles von Zuhause mitgebracht hatte – Gedanken, Sorgen und Gefühle, mit denen ich mich schon in Österreich auseinandersetzen musste und die mich sehr belasteten.
Mittlerweile habe ich mehr Abstand dazu gewonnen und kann auch einiges besser loslassen.
Loslassen ist sowieso MEIN Thema – da habe ich noch viel zu lernen bzw. zu tun 😉

Wie haben wir die ersten Tage auf dieser wunderschönen spanischen Insel nun verbracht?

Tag 1

Levins und Jorins 1. Flug! Auch mein Mann und ich sind das letzte Mal vor sieben Jahren geflogen. Da merkt man wieder, wie schnell die Zeit vergeht 😉
Um 5 Uhr früh sind wir in Österreich aufgestanden und um 19 Uhr abends sind wir in unserer Unterkunft auf Mallorca, genauer gesagt in Can Picaford, angekommen.

Dazwischen war die Fahrt nach Wien, langes Warten (und frühstücken) am Flughafen, dann der Flug selbst, der zum Glück ohne Ohrenschmerzen oder sonstige Probleme von statten ging, danach das Durchqueren des gesamten mallorquinischen Flughafens zur Gepäckausgabe (gefühlte 5 Kilometer), wieder langes Warten, bis wir das Mietauto in Empfang nehmen konnten und dann ging´s endlich los. Nach einer Stunde Fahrt und einem Einkauf mit dem Allernötigsten – es hätte kein Haar mehr in unser Auto gepasst – sind wir endlich angekommen. Ausgepackt, Kartoffeln geschnitten und im Backrohr brutzeln lassen – wir waren alle hungrig, fertig und froh, dass alles so reibungslos funktioniert hatte.

Tag 2

Los ging es mit der Suche nach Bioläden! Als erstes wurden wir in dem wunderschönen Städtchen Alcudia fündig. Im Verde Teja haben wir unterschiedliche Mehlsorten (Buchweizen, Reis, Kichererbsen, Hirse und Hafermehl), glutenfreie Haferflocken und gemischtes Müsli besorgt und gleich eine Kleinigkeit verspeist. Total lecker! Sogar Jorin, der nicht der größte Gemüsefreund ist, hat ein ganzes Stück von der „Mangold-Pizza“ verschlungen.

Der Altstadtkern ist fast durchgehend von einer alten Festungsmauer umgeben, was ihren ungeheuren Charme noch verstärkt. Dazwischen liegen lauter enge Gassen, kleine Läden, Cafes und Restaurants. Richtig romantisch, wenn nicht so viele Touristen herumlaufen würden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es hier im Sommer zugehen muss 😉

Die Gässchen von Alcudia erinnern mich an die Altstadt meiner Heimat(stadt) Graz. Vielleicht fühle ich mich deshalb so wohl hier?

Nach einer halben Altstadtumrundung (wir fanden den Weg zum Auto nicht auf Anhieb wieder) mussten wir natürlich noch zum Strand und suchten uns dafür ein Stück des Port de Alcudia aus. Wegen des heftigen und kalten Windes, der sich am Meer natürlich noch verstärkte, hielten wir es leider nicht länger als 30 Minuten aus, dann hatte Jorin endgültig genug.

Es ging wieder zurück zur Unterkunft und während ich das Abendessen vorbereitete, waren die drei Jungs mit windfestem Regen-Outfit bekleidet an unserem Strand und fuhren noch mit ihrem Laufrad einen Teil der Promenade entlang.

Levin liebt es ins Meer zu schauen. Er könnte stundenlang dasitzen oder stehen und hinaus schauen. Er wirkt dabei so in sich ruhend und absolut zufrieden. Er braucht nicht viel mehr.

Tag 3

An unserem 3. Tag auf Mallorca haben wir gleich zwei neue Bioläden gefunden (in Arta und Can Picaford) und alles das eingekauft, was wir für eine gesunde & bewusste Purkost-Ernährung brauchen und uns noch gefehlt hat.
Danach ging es wieder bei vollem Sturm und riesen Wellen zu einem neuen Strand in der Nähe von Arta, genannt Betlem. Es war ein sehr schöner, wenn auch steiniger, felsiger Strand – rau, ungestüm und wild – wenn der Wind durchzog.

 Auch diesmal konnten wir nicht sehr lange verweilen, was Levin sich gewünscht hätte, aber Jorin war sehr unzufrieden, fordernd, brauchte viel Aufmerksamkeit und hielt den starken Wind nur schlecht aus.
Dafür ging es am späteren Nachmittag wieder an „unseren Strand“ mit den Laufrädern und weil Jorin schon sehr müde war, durfte ich ihn das 2. Mal in den letzten zwei Jahren wieder in seiner Trage tragen. Wir genossen beide diese besondere Form von Nähe und als er sich genug davon geholt hatte, flitzte er mit dem Laufrad weiter, während ich nach Hause ging und das Abendessen vorbereitete: Erbsenreis mit gebratenen Kichererbsen.

Tag 4

Um dem Wind zu entgehen, suchten wir uns eine gute Alternative zu einem Strandbesuch. Zum Glück ist Mallorca eine große Insel mit sehr vielfältigen Möglichkeiten. Aus diesem Grund entschieden wir uns für die Höhlen von Artà. Diese Tropfsteinhöhle ist riesengroß, faszinierend und wunderschön anzusehen. Besonders für die Jungs war sie ein beeindruckendes Erlebnis. Als wir wieder draußen waren, haben wir wieder einmal ordentlich gegessen bzw. gesnackt (Müsli, Nüsse, Früchte, Maiswaffeln, Energiekugeln, Maroni,…) und sind dann noch zum Platges d´es Canyamel ganz in der Nähe gefahren. Ich habe schon lange nicht mehr so wunderschönes türkisblaues Wasser gesehen. Das 1. Mal nackte Füße in den warmen Sand graben und das kalte Wasser spüren. Wir waren total beeindruckt von den anderen Menschen am Strand, die mit Badehosen da lagen und sogar ins Meer zum Schwimmen gingen, während wir gerade mal die Füße nackig machten, ansonsten aber ziemlich angezogen waren. Da erkennt man wieder die unterkühlten Österreicher 😀

Während wir nun den ganzen Tag unterwegs waren, durfte in der Zwischenzeit der vorbereitete gekeimte Buchweizen unter mallorquinischer Sonne auf dem Balkon unserer Ferienwohnung trocknen. Es braucht nicht immer viel Aufwand um gute rohköstliche Zutaten vorzubereiten. Diese „Knusperecken“ lieben wir besonders im Müsli und als knackige Zutat in Energiebällchen!

Tag 5

Yeah, Sonne, Wärme, Sonnenschein – los geht´s zum Platja del Muro! Sepp ließ es sich nicht nehmen um im eiskalten Meer abzutauchen und auch die Jungs hatten so viel Spaß beim Sandburg bauen, Muscheln suchen, plantschen, Boote und Wellen beobachten.
Leider hatte uns alle auch die Sonne erwischt – unsere unvorbereitete Haut war bei der starken malloquinischen Sonne überfordert. Noch dazu hatte ich den allerbesten Sonnenschutz (natürlich von Ringana) zu Hause vergessen und ich habe es nicht übers Herz gebracht mir irgendeine chemische Keule mit Nanopartikeln zu kaufen und auf unsere Haut zu schmieren. Jetzt heißt es einfach was drüber ziehen um die Haut zu schützen!

Tag 6

Wunderschönes Wetter am 6. Tag auf Mallorca! Nach einem ausgiebigem Frühstück (riesiges Müsli für die Jungs und Sepp – ich esse auch hier erst mittags das 1. Mal) fahren wir zur nur fünf Minuten entfernten öffentlichen Finca Son Real.
Dieses riesengroße Anwesen mit 400 Hektar Land ist wunderschön am Meer gelegen, mit Tieren (Schafen, schwarzen Schweinen und Gänsen), einem Museum, in dem man das Leben auf der Finca von früher erleben kann und einigen Wegen durch den Park in Richtung Meer, sowie zur Nekropole von Son Real – eine Totenstadt am Meer.

Ich habe mir für die 2,5 Kilometer Weg ein Fahrrad mit Kindersitz ausgeborgt, Levin hatte sein Laufrad und Sepp durfte als kleine Trainingseinheit mit dem großen Rucksack hinterher laufen. Diesen Ausflug kann ich jedem wärmstens empfehlen, so wunderschön und vielseitig war er.

Radfahren

Das kleine i-Tüpfelchen sind auch die frei lebenden Landschildkröten, die nach ihrer Winterpause wieder zum Leben erwachen und sich dort beobachten lassen. Wir waren leider einen Monat zu früh, denn wir haben nur eine einzige Schildkröte unter die Augen bekommen – und trotzdem waren wir hingerissen!

Bauen

Ein kleiner einsamer Strand der Finca Son Real nur für uns allein…

Tag 7

Sonntag ist Markttag in Alcudia! Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und bekamen endlich einmal etwas Grünzeug zu kaufen. Unser Mittagessen bestand aus einer Kiste mit zwei Kilogramm Erdbeeren, die wir zu Viert auf einen Sitz verputzten. Danach sind wir mehr oder weniger gemütlich durch die schmalen Gassen geschlendert, die Kids sind mit ihren Laufrädern hindurchgedüst.

Dieses Mal haben wir uns die Altstadt näher angesehen und auch die Festungsmauern erklommen.

Die Laufräder waren unterdessen direkt in der Mauer (fast) sicher verstaut.

Tag 8

 

Tag 8 unserer Reise war ein ganz besonderer Tag: Wir sind eine Stunde lang nach Palma, genauer gesagt nach Palmanova gefahren, um uns dort am Strand mit einigen „frei sich bildenden“ Familien zu treffen, die auf Mallorca leben. Wir haben viele Eindrücke und Infos über das Leben auf Mallorca erhalten, wie zum Beispiel das Freilernen hier funktionieren kann, wie es hier ist zu leben, Mietpreise, Arbeitsbedingungen, Behörden,…
Es war sehr schön diese Menschen kennen zulernen und einen Einblick in ihr Leben zu bekommen. So etwas sollte es öfter geben!

Zuhause angekommen, war nur mehr Zeit für ein schnelles Nudelgericht, worüber sich besonders die Jungs freuten 😉

Tag 9

Für den 9. Tag unserer Reise haben wir uns den „Mirador d´es Colomer“ ausgesucht – eine Plattform bzw. Aussichtspunkt mit wunderschönem, unübertrefflichem Weitblick.
Das Einzige, dass wir nicht bedacht hatten, waren die anderen Touris, die genauso wie wir zur Mittagszeit dort herum liefen. Ich wagte mir nicht vorzustellen, wie es da im Sommer zugehen muss…
Auf jeden Fall gab es neben der atemberaubenden Aussicht noch ein weiteres Highlight – vor allem für Levin:
tolle große Felsen zu klettern. Die erklomm er nach dem Mittags-Picknick mit Sepp voller Hingabe und Freude.

Ein Tag ohne Strandbesuch ist kein richtiger Tag auf der Insel – also ging es noch weiter zum Cala Formentor, einem kleinen süßen Strand in der Nähe des Aussichtspunktes. Wir waren dort und die Jungs freuten sich schon sehr auf das Plantschen im Meer und Bauen von Mauern. Wenn wir aber vorher gewusst hätten, dass der Parkplatz dort € 9,- kostet, wären wir nicht extra dorthin gefahren. Der Preis stand in keiner Relation, aber so war´s nun mal. Nach zwei Stunden sind wir wieder die 40 Minuten nach Hause, nach Can Picafort gefahren und Sepp ging noch mit den Jungs und ihren Laufrädern an „unseren Strand“, damit ich in Ruhe unser Abendessen zubereiten konnte.
Es gab Ofenkartoffeln mit gebratenen Kichererbsen, Gemüse und Knoblauchsoße.

Als die Kids im Bett waren, haben wir noch mit Christin (unserer Mitbewohnerin) „geskyped“ und sind so gegenseitig unsere Neuigkeiten los geworden. Das ist immer wieder notwendig, denn wir Frauen müssen einfach mehr Wörter loswerden um nicht zu platzen – das könnte sonst gefährlich werden 😉

 

Jorin bewundert gerne die großen Skulpturen an „unserem Strand“. Heute ist das leider nicht möglich, denn es regnet und stürmt draußen. Also machen wir uns einen gemütlichen Tag: Sepp geht mit den Jungs einkaufen und ich komme mal etwas zum Schreiben.

Nächste Woche soll es wieder richtig warm, ja fast heiß werden und wir werden uns sicher wieder für jeden Tag etwas Schönes einfallen lassen.
In ein paar Tagen wechseln wir schon unsere Unterkunft und ziehen in den Südosten Mallorcas. Dort werden wir wieder ganz neu die Gegend erkunden und tolle Dinge entdecken.

Im nächsten Teil unserer Reise werde ich euch davon berichten!

 

Bis dahin wünsche ich euch alles Liebe und viel Sonne!

Deine Moana

ich

 

 

 

 

 

 

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